Wo und wie schlafen Eichhörnchen?
Eichhörnchen nutzen je nach Jahreszeit und Lebensraum unterschiedliche Schlafstrategien.
Sie bauen schützende Nester, passen ihr Ruheverhalten an Temperatur und Tageslicht an und zeigen dabei erstaunlich ausgeprägte Instinkte zur Selbstsicherung.
Die Bedeutung des Kobels als Schlafplatz
Der Kobel ist das wichtigste Bauelement im Alltag der Hörnchen. Es handelt sich um kugelförmige Nester aus Zweigen, Moos und Blättern, die meist hoch oben in Baumkronen angelegt werden. Die Höhe schützt vor Fressfeinden und Witterung. Eichhörnchen bevorzugen dichte Äste, um den Kobel stabil zu verankern und Bewegungen durch Wind zu dämpfen.
Ein gut gebauter Kobel hält Regen ab und bleibt im Inneren vergleichsweise warm. Das Tier nutzt die dichte Struktur des Materials, um Wärmeverlust zu reduzieren. Besonders im Winter spielt diese Isolierung eine große Rolle. Laut Tier im Garten [1] haben Kobel meist zwei Ein- und Ausgänge. Diese Öffnungen dienen der Flucht vor Raubtieren wie dem Baummarder. Der Kobel ist dadurch nicht nur Bett, sondern auch sichere Zuflucht.
Hauptkobel und Nebennester im Alltag
Ein Eichhörnchen besitzt nicht nur einen einzigen Kobel, sondern mehrere. Der Hauptkobel dient als ständiger Schlafplatz, während Nebenkobel für kurze Ruhephasen oder bei Gefahr genutzt werden. Dieses System sorgt für Flexibilität im Alltag und verringert das Risiko, überrascht zu werden.
Die Tiere wechseln die Standorte regelmäßig, besonders wenn Parasiten auftreten oder der Kobel beschädigt ist. Im Sommer bauen Eichhörnchen häufig neue Nester, um sie an veränderte Temperaturen anzupassen. In städtischen Gebieten kann der Mensch helfen, indem er geeignete Nistkästen mit zwei Öffnungen anbietet, wie es auch auf Garten-Tiere.de [2] empfohlen wird. Dadurch bleibt das natürliche Verhalten erhalten, selbst wenn alte Bäume fehlen.
Schlafposition und Verhalten während des Schlafs
Eichhörnchen rollen sich beim Schlafen eng zusammen. Diese Haltung reduziert den Energieverlust und schützt empfindliche Körperpartien vor Kälte. Ihr buschiger Schwanz dient als Decke, die Kopf und Rücken bedeckt. Während der Winterruhe schlafen sie 18 bis 20 Stunden täglich, wachen aber regelmäßig auf, um Nahrung zu holen oder ihre Vorräte zu kontrollieren.
Im Gegensatz zum echten Winterschlaf bleibt ihr Körper aktiv, nur der Stoffwechsel verlangsamt sich. In kalten Nächten können sie länger im Kobel bleiben, ohne ihn zu verlassen. Manche Tiere nutzen dabei denselben Hauptkobel über mehrere Saisons hinweg, wenn er stabil genug bleibt. Das Verhalten zeigt, wie stark die Schlafgewohnheiten an Umweltbedingungen angepasst sind.
Schlafrhythmus und Aktivitätszeiten
Eichhörnchen gehören zu den tagaktiven Säugetieren und zeigen ein klares Muster zwischen aktiven Phasen und Ruhezeiten.
Ihr Tagesablauf hängt stark von Umweltfaktoren wie Temperatur, Jahreszeit und Nahrungsverfügbarkeit ab, was ihren Schlafrhythmus beeinflusst.
Tag- und Nachtaktivität bei Eichhörnchen
Eichhörnchen sind tagaktiv, also überwiegend bei Tageslicht unterwegs. Sie beginnen ihre Aktivität meist am frühen Morgen, wenn es hell wird, und sind besonders in den kühleren Morgen- und Abendstunden aktiv. Während der heißen Mittagszeit ziehen sie sich in ihre Nester zurück.
Nachts schlafen sie tief, oft in sogenannten Kobeln – dichten Nestern aus Zweigen und Blättern, die in Baumkronen oder Hohlräumen liegen. Diese geschützten Schlafplätze bieten Sicherheit vor Raubtieren und Witterung. Nach Angaben von garten-tiere.de [2] bedeutet ihr Tag-Nacht-Rhythmus, dass Eichhörnchen selten nach Sonnenuntergang aktiv sind.
Baumhörnchen wie das Grauhörnchen bleiben auch im Winter aktiv, während einige Arten wie Erdhörnchen in Erdlöchern einen Winterschlaf halten, um Energie zu sparen. Laut tiere.wiki [3] ruhen viele Eichhörnchen nachts vollständig, bevor sie am nächsten Morgen ihre Nahrungssuche wieder aufnehmen.
Mittagsschlaf und saisonale Anpassungen
Neben dem Nachtschlaf gönnen sich Eichhörnchen oft eine Mittagspause, besonders im Sommer. Diese Ruhephasen können ein bis zwei Stunden dauern und helfen, extreme Hitze zu vermeiden. Ihr Stoffwechsel sinkt dabei leicht, was Energie spart.
In kälteren Monaten passen sie ihr Verhalten an. Sie verlassen ihre Nester seltener und bleiben länger im Inneren, um Körperwärme zu bewahren. Manche Baumhörnchen teilen im Winter einen Kobel mit anderen, um sich gegenseitig zu wärmen.
Erdhörnchen reagieren noch stärker auf den Wechsel der Jahreszeiten. Sie verschlafen den Winter in Tiefschlafphasen, während Baumhörnchen eine Winterruhe halten, in der sie gelegentlich aufwachen, um gespeicherte Nahrung zu fressen.
Winterschlaf und Winterruhe
Eichhörnchen reagieren flexibel auf Kälte und Nahrungsmangel. Sie verlangsamen ihren Stoffwechsel, nutzen Vorräte und passen ihr Verhalten an die Bedingungen der kalten Monate an. Dabei zeigen verschiedene Arten unterschiedliche Strategien, um Energie zu sparen und den Winter zu überstehen.
Unterschiede zwischen Winterschlaf und Winterruhe
Tiere im Winterschlaf senken ihre Körpertemperatur stark ab und schalten fast alle Lebensfunktionen auf ein Minimum. Beispiele sind Igel oder Fledermäuse. Während dieser Zeit nehmen sie keine Nahrung auf und erwachen erst mit steigenden Temperaturen.
Das Eichhörnchen hält hingegen Winterruhe. Es reduziert seinen Energieverbrauch, bleibt aber regelmäßig aktiv. Laut einer Beschreibung auf nistkasten-online.de [4] ruhen die Tiere den Großteil des Tages in ihrem gut isolierten Nest – dem Kobel – und verlassen ihn nur kurz zur Futtersuche.
Die Körpertemperatur bleibt dabei weitgehend konstant, während Herzschlag und Atemfrequenz sinken. Im Gegensatz zu echten Winterschläfern kann das Tier jederzeit aufwachen, Nahrung aus versteckten Vorräten holen und sich bei Bedarf in einen anderen Kobel zurückziehen. Diese Anpassung schützt es vor Energieverlust und Fressfeinden.
| Merkmal | Winterschlaf | Winterruhe |
| Körpertemperatur | Stark gesenkt | Nahezu konstant |
| Aktivität | Keine | Kurzzeitige Aktivität möglich |
| Beispieltiere | Igel, Fledermaus | Eichhörnchen, Dachs |
Strategien für den Winter: Fettreserven und Gruppenschlaf
Eichhörnchen fressen im Herbst mehr, um Fettreserven anzulegen. Sie sammeln Nüsse und Samen, die sie an verschiedenen Stellen vergraben. Diese Vorratslager sichern ihre Energiezufuhr in Phasen, in denen kaum Nahrung verfügbar ist.
Während der Ruhezeit sparen sie Energie, indem sie Bewegungen vermeiden und in ihrem Kobel bleiben. Das Nest ist aus Zweigen, Moos und Blättern gebaut und isoliert so gut, dass es auch bei Frost warm bleibt. In sehr kalten Nächten schlafen manche Tiere in kleinen Gruppen, um sich gegenseitig zu wärmen – ein Verhalten, das die Überlebensrate erhöht.
Nach milden Wintertagen werden die Tiere wieder aktiver, suchen ihre Verstecke auf und kehren anschließend in ihre Ruhephase zurück. Diese wechselnden Aktivitätsperioden ermöglichen es ihnen, den Energieverbrauch kontrolliert an die Witterung anzupassen.
Besonderheiten beim Grauhörnchen
Das Grauhörnchen (Sciurus carolinensis), das in weiten Teilen Europas eingeführt wurde, zeigt ähnliche Anpassungen wie das heimische Eichhörnchen. Auch es hält Winterruhe, aber keine tiefe starre Phase. Es ist an kühlere Bedingungen besser angepasst und kann bei niedrigen Temperaturen länger aktiv bleiben.
Im Gegensatz zu roten Eichhörnchen legt das Grauhörnchen größere Vorräte an und nutzt eine feinere Geruchserinnerung, um seine Verstecke selbst unter Schnee wiederzufinden. Nach Angaben von gartenjournal.net [5] reduziert es seine Aktivität deutlich, bleibt aber regelmäßig auf Nahrungssuche.
Durch seine Robustheit verdrängt es in manchen Regionen das einheimische Eichhörnchen, das empfindlicher auf Nahrungsmangel reagiert. Dennoch ermöglichen die unterschiedlichen Strategien beider Arten, auch harte Winter in mäßig waldreichen Gebieten zu überstehen.
Unterschiede zwischen Eichhörnchenarten
Eichhörnchenarten unterscheiden sich deutlich in Körperbau, Aktivitätsmuster und Schlafverhalten. Diese Unterschiede wirken sich auf ihr Verhalten, ihre Nistgewohnheiten und ihren Umgang mit saisonalen Veränderungen aus.
Vergleich: Eichhörnchen, Grauhörnchen und Erdhörnchen
Das Europäische Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) wiegt rund 250–400 g, hat einen buschigen Schwanz und lebt meist in Laub- und Nadelwäldern. Es baut kugelförmige Nester, sogenannte Kobel, die es regelmäßig pflegt und nach Bedarf wechselt. Das Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) stammt aus Nordamerika, ist größer und kräftiger. Es hält sich ebenso in Baumkronen auf, nutzt aber häufiger bereits bestehende Baumhöhlen als Schlafplatz.
Im Gegensatz dazu lebt das Erdhörnchen (Spermophilus spp.) nicht auf Bäumen. Es gräbt komplexe Tunnelsysteme unter der Erde, in denen es schläft, frisst und Vorräte lagert. Während Baumhörnchen nachts ruhen, halten viele Erdhörnchenarten einen echten Winterschlaf. Dadurch unterscheidet sich ihr Energieverbrauch stark.
| Merkmal | Eichhörnchen | Grauhörnchen | Erdhörnchen |
| Lebensraum | Wälder, Parks | Mischwälder, Städte | Steppen, Wiesen |
| Schlafplatz | Kobel in Bäumen | Baumhöhlen oder Nester | Erdbauten |
| Winterverhalten | Winterruhe | Winterruhe | Winterschlaf |
Weitere Merkmale zur Erkennung einzelner Arten bietet diese Übersicht zu Eichhörnchenarten [6].
Lebensräume und Schlafplatzwahl
Die Wahl des Schlafplatzes hängt vom Lebensraum und dem Schutzbedarf der Tiere ab. Rote Eichhörnchen bevorzugen hoch gelegene Baumgabeln, da sie dort vor Raubtieren sicher sind. Ihr Kobel besteht aus Zweigen, Blättern und Moos und bietet Isolierung gegen Wind und Kälte.
Grauhörnchen passen sich stärker an urbane Umgebungen an. Sie schlafen auch in Dachböden, Nistkästen oder Baumhöhlen. Ein gut gebauter Kobel kann einen Durchmesser von bis zu 50 cm erreichen und schützt effizient vor Witterung.
Erdhörnchen wählen trockene, sonnige Böden für ihre Tunnelanlagen. Diese bieten gleichbleibende Temperaturen und machen das Schlafen im Untergrund energieeffizient. Besonders im Winter bleiben sie über Wochen in tieferen Kammern, wo sie die Nähe und Wärme anderer Tiere nutzen. Diese Unterschiede zeigen, wie flexibel Hörnchen ihre Umgebung zur Erholung und zum Schutz nutzen.



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