Was sind Albträume bei Erwachsenen?
Albträume betreffen viele Erwachsene und zeigen tiefe Zusammenhänge zwischen Schlaf, Psyche und körperlicher Gesundheit.

Sie können vereinzelte Reaktionen auf Stress sein oder häufig auftreten und das Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen.
Definition von Albträumen
Ein Albtraum ist ein intensiver, emotional belastender Traum, der meist Angst oder Panik auslöst. Du wachst in der Regel während oder direkt nach dem Traum auf und kannst dich detailliert an den Inhalt erinnern. Typische Themen sind Bedrohung, Verfolgung oder Kontrollverlust.
Diese Träume treten in der REM-Schlafphase auf, in der das Gehirn besonders aktiv ist. Im Gegensatz zum Tagträumen wirken Albträume realistisch und körperlich spürbar. Sie zählen zu den Parasomnien, also ungewöhnlichen Verhaltensereignissen im Schlaf.
Häufig sind Albträume eine Reaktion auf psychischen Stress, traumatische Erlebnisse oder bestimmte Medikamente. Laut KKH.de [1] können auch Schlafmangel, Angststörungen oder hormonelle Veränderungen den Schlafrhythmus stören und Albträume begünstigen.
Häufigkeit und Prävalenz
Etwa die Hälfte aller Erwachsenen erlebt gelegentlich Albträume. Rund 2–8 % leiden unter wiederkehrenden oder chronischen Albträumen, die den Schlaf spürbar beeinträchtigen. Frauen sind etwas häufiger betroffen, was teilweise hormonelle oder stressbedingte Ursachen haben kann.
Regelmäßige Albträume wirken sich auf Konzentration, Stimmung und Energielevel aus. Wenn sie deinen Alltag stören, spricht man von einer Albtraumstörung. Diese kann eigenständig oder als Teil einer anderen Erkrankung, etwa einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), auftreten.
Untersuchungen zeigen, dass Albträume insbesondere bei Personen mit Angst- oder Depressionserfahrungen häufiger vorkommen. Laut dem Gesundheitsportal [2] empfiehlt sich ärztliche Hilfe, wenn die Träume regelmäßig Schlaf oder Stimmung beeinträchtigen.
Unterschied zwischen Albtraum und Nachtschreck
Ein Nachtschreck (Pavor nocturnus) unterscheidet sich deutlich vom Albtraum. Während du bei einem Albtraum aufwachst und dich an den Inhalt erinnerst, bleibt beim Nachtschreck meist keine bewusste Erinnerung zurück. Körperlich reagierst du aber stark – mit Herzklopfen, Schreien oder Schwitzen.
Nachtschreck tritt typischerweise im Tiefschlaf auf, oft in den ersten Stunden der Nacht. Albträume dagegen entstehen in der REM-Phase. Erwachsene erleben Nachtschrecken seltener als Kinder, doch Stress oder Schlafmangel können ihn auch im Erwachsenenalter auslösen.
Eine kurze Übersicht:
| Merkmal | Albtraum | Nachtschreck |
| Schlafphase | REM-Schlaf | Tiefschlaf |
| Erinnerung an Traum | Ja, deutlich | Tiefschlaf |
| Körperreaktionen | Maßvoll, oft Erwachen | Stark, Schreien, Schwitzen |
| Auftreten bei Erwachsenen | Häufiger | Seltener |
Nachtschreck gilt nicht als psychischer Traumkonflikt, sondern als Störung der Schlafübergänge. Beide Phänomene können jedoch deinen Erholungsschlaf beeinträchtigen, wenn sie regelmäßig auftreten.
Ursachen und Risikofaktoren
Albträume entstehen meist durch eine Kombination psychischer Belastungen, körperlicher Faktoren und äußeren Einflüssen.

Sie treten häufiger auf, wenn dein Schlaf gestört ist oder du unter starkem Stress oder emotionalem Druck stehst.
Psychische und emotionale Auslöser
Häufige psychische Ursachen sind Stress, Angststörungen und Depressionen. Wenn du über längere Zeit stark belastet bist, verarbeiten deine Träume diese Gefühle intensiver. Dabei werden belastende Inhalte im REM-Schlaf besonders lebhaft und bedrohlich erlebt.
Auch Anspannung im Alltag oder ungelöste Konflikte können Albträume verstärken. Menschen, die zu Grübeln oder negativen Gedanken vor dem Einschlafen neigen, haben ein höheres Risiko. Regelmäßige Entspannungsübungen können helfen, innere Unruhe zu reduzieren und so den Schlaf zu stabilisieren.
- Typische Anzeichen: Gereiztheit, anhaltendes Grübeln, Müdigkeit.
- Empfohlene Strategien: Atemübungen, strukturierte Schlafroutine, psychologische Beratung.
Traumatische Erlebnisse und Trauma
Erlebnisse wie Unfälle, Gewalt oder Kriegserfahrungen können ein Trauma hinterlassen, das sich in wiederkehrenden Albträumen zeigt. Bei manchen Menschen entwickelt sich daraus eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), bei der die Albträume Teil der Symptomatik sind.
Laut therapie.de [3] treten solche Träume oft auf, wenn das Erlebnis nicht vollständig verarbeitet wurde. In ihnen wiederholt dein Gehirn den bedrohlichen Moment, um ihn zu bewältigen. Diese Träume wirken sehr real und lösen nach dem Aufwachen starke Angst aus.
Therapeutische Ansätze wie die Imagery Rehearsal Therapy (IRT) können helfen, die Trauminhalte aktiv zu verändern. Dadurch lernst du, Kontrolle über den Traumverlauf zu gewinnen und den Angstcharakter zu vermindern.
Schlafstörungen und medizinische Faktoren
Schlafstörungen, insbesondere solche, die den REM-Schlaf beeinflussen, erhöhen das Risiko für Albträume. Wenn du unruhig schläfst oder häufig aufwachst, wird der Traumzyklus unterbrochen, was zu intensiveren Traumsequenzen führen kann. Eine unregelmäßige Schlafhygiene oder Schichtarbeit verschärft das Problem zusätzlich.
Auf dem Gesundheitsportal gesundheit.gv.at [2] wird betont, dass auch körperliche Erkrankungen wie Fieber, Migrationen oder neurologische Störungen Albträume fördern können. Ebenso können Depressionen und Angststörungen mit einer veränderten Schlafarchitektur einhergehen, die lebhafte Träume begünstigt.
Ein stabiler Schlafplan, ausreichend Bewegung und Vermeidung von Koffein in den Abendstunden können bereits eine spürbare Besserung bewirken.
Medikamente und Substanzen
Einige Medikamente wirken auf das zentrale Nervensystem ein und verändern den Schlafrhythmus. Zu den bekannten Auslösern zählen Antidepressiva, Betablocker und bestimmte Blutdruckmittel. Bei abruptem Absetzen dieser Präparate kann das Risiko für Albträume ebenfalls steigen.
Darüber hinaus beeinflussen Alkohol, Koffein und Drogen die Schlafphasen und können lebhafte, beängstigende Träume verursachen. Auf AOK.de [4] wird erklärt, dass der Konsum dieser Substanzen zu einer fragmentierten Nachtruhe und einer höheren Traumintensität führen kann.
Wenn du vermutest, dass Medikamente die Ursache deiner Albträume sind, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du etwas änderst. Eine angepasste Dosierung oder ein alternatives Präparat kann die Häufigkeit und Intensität der Träume reduzieren.
Auswirkungen auf Gesundheit und Alltag
Regelmäßige Albträume können deinen Schlafrhythmus stören, dein psychisches Wohlbefinden beeinträchtigen und langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen. Sie stehen oft in engem Zusammenhang mit Stress, seelischer Belastung und einer verringerten Lebensqualität.
Beeinträchtigung der Schlafqualität
Albträume unterbrechen den Tiefschlaf, was deine Schlafqualität deutlich verschlechtert. Du wachst oft auf, fühlst dich unruhig oder vermeidest es, wieder einzuschlafen. Das führt dazu, dass du weniger REM-Schlaf erreichst – jene Phase, die besonders wichtig für geistige Erholung und Gedächtnisbildung ist.
Ein dauerhaft gestörter Schlaf kann Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit verursachen. Viele Betroffene berichten über einen Kreislauf: schlechter Schlaf führt zu mehr Stress und dadurch treten die Albträume noch häufiger auf.
Wenn du regelmäßig unter solchen Störungen leidest, spricht man von Schlafstörungen. Diese sollten medizinisch abgeklärt werden, da sich unbehandelte Schlafprobleme auf Immunsystem, Leistungsfähigkeit und Stimmung auswirken. Detaillierte Informationen zur Diagnostik und Therapie findest du etwa beim Gesundheitsportal [2] zu Albträumen.
Zusammenhang mit Stress und psychischer Belastung
Häufige Albträume stehen in engem Zusammenhang mit Stress, Angst und Depressionen. Dein Körper reagiert in der Nacht ähnlich wie am Tag: Er schüttet Stresshormone wie Cortisol aus, wodurch dein vegetatives Nervensystem aktiviert bleibt. Dadurch fällt das Einschlafen schwerer und die Schlafphasen verkürzen sich.
Psychische Belastungen – etwa Konflikte, Überforderung oder traumatische Erlebnisse – können Albträume auslösen oder verstärken. Besonders Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen erleben diese Art von Träumen häufiger.
Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, helfen Strategien wie kognitive Verhaltenstherapie, Entspannungsübungen oder gezieltes Albtraum-Training. Laut einer aktuellen Studie zur Verbindung von Albträumen und häufigem Stress [5] senken solche Maßnahmen nachweislich die Häufigkeit belastender Träume.
Langfristige Folgen von häufigen Albträumen
Wenn du über Monate oder Jahre hinweg unter Albträumen leidest, kann das gravierende Folgen für deine körperliche und geistige Gesundheit haben. Forscher fanden heraus, dass regelmäßige Albträume mit einer beschleunigten biologischen Alterung und einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung stehen. Eine Auswertung mehrerer Bevölkerungsstudien zeigte, dass Personen mit häufigen Albträumen ein erhöhtes Sterberisiko aufweisen, teils stärker als bei Rauchen oder Bluthochdruck, wie die Analyse des Imperial College London [6] berichtet.
Langfristiger Schlafmangel kann dein Immunsystem schwächen, die Regeneration der Zellen stören und depressive Symptome verstärken. Besonders auffällig: Viele Betroffene zeigen verkürzte Telomerlängen, was auf beschleunigtes Altern hinweist.
Ärztliche Behandlung und gezielte Schlaftherapien helfen dir, deinen Schlaf zu stabilisieren und gesundheitliche Risiken zu reduzieren. Ein strukturierter Behandlungsplan verbessert nicht nur deine nächtliche Erholung, sondern auch dein allgemeines Wohlbefinden.
Behandlung und Vorbeugung von Albträumen
Du kannst Albträume reduzieren, wenn du gezielt an deren Ursachen arbeitest. Dazu gehören der Umgang mit Stress, das Fördern gesunden Schlafs und das Erkennen psychischer Belastungen, die den Schlaf beeinflussen.
Stressbewältigung und Schlafhygiene
Albträume treten häufig in Phasen psychischer Anspannung auf. Eine wirksame Stressbewältigung hilft, die emotionale Belastung zu verringern. Entspannungsübungen wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Atemübungen oder Yoga unterstützen dich dabei, zur Ruhe zu kommen. Besonders vor dem Schlafengehen mindern sie die Wahrscheinlichkeit intensiver Träume.
Gute Schlafhygiene spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Achte auf regelmäßige Schlafzeiten, ein ruhiges Schlafzimmer und verzichte auf Koffein und Alkohol am Abend. Vermeide aufregende Medieninhalte kurz vor dem Schlafen. Schon einfache Maßnahmen wie der Verzicht auf Gruselfilme und das Einhalten fester Schlafrituale können laut Apotheken Umschau [7] helfen, Albträume zu verringern.
Halte außerdem eine Abendroutine ein, bei der du dich bewusst entspannst. Schreib belastende Gedanken kurz vor dem Schlafen auf, um sie loszulassen. Eine warme Dusche oder leise Musik fördern zusätzlich ruhigeren Schlaf.
Therapeutische Ansätze und Medikamente
Wenn Albträume regelmäßig auftreten, kann eine Psychotherapie sinnvoll sein. Gesprächstherapie oder kognitive Verhaltenstherapie helfen dir, die Ursachen zu verstehen. Die sogenannte Imagery Rehearsal Therapy (IRT) beinhaltet, den Albtraum tagsüber umzuschreiben und im entspannten Zustand neu zu erleben. Das verändert die emotionale Reaktion auf den Traum und kann ihn langfristig abschwächen.
Bei belastenden oder traumabezogenen Albträumen wird manchmal das Medikament Prazosin eingesetzt. Es wird häufig bei posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) verschrieben, um nächtliche Angstreaktionen zu verringern. Laut Therapie.de [3] ist eine medikamentöse Behandlung jedoch meist zweitrangig und kommt nur infrage, wenn psychotherapeutische Maßnahmen keine Besserung bringen.
Auch Achtsamkeitsübungen und Selbstreflexion können Teil der Behandlung sein. Sie fördern die Kontrolle über Gedanken und Gefühle. Ziel ist, dass du dich durch die nächtlichen Erlebnisse weniger bedroht fühlst.
Verbesserung von Schlafzyklen und REM-Schlaf
Albträume entstehen überwiegend im REM-Schlaf, der Phase intensiver Träume. Wenn du deine Schlafzyklen stabilisierst, kann sich die Qualität dieses Stadiums verbessern. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus mit 7–8 Stunden pro Nacht unterstützt dein Gehirn dabei, Erinnerungen besser zu verarbeiten.
Ein fester Tagesablauf mit Licht am Morgen und Dunkelheit am Abend stärkt deinen zirkadianen Rhythmus. Auch eine moderate körperliche Aktivität, idealerweise am Nachmittag, fördert erholsamen REM-Schlaf. Das Gesundheitsportal [2] beschreibt, dass Erwachsene mit geregeltem Schlafverhalten seltener unter belastenden Träumen leiden.
Achte darauf, dass du nicht zu lange schläfst oder häufigen Schlafmangel hast. Beide Extreme können die Intensität von Albträumen verstärken. Kurze Powernaps dagegen sind unbedenklich, solange sie nicht deinen Nachtschlaf stören.
Umgang mit Schlafwandeln und Nachtangst
Manchmal treten Albträume zusammen mit Schlafwandeln oder Nachtschreck (Pavor Nocturnus) auf, insbesondere bei stark gestörtem Schlafrhythmus. Während Albträume im REM-Schlaf stattfinden, treten diese Phänomene meist im Tiefschlaf auf. Du solltest Familie oder Mitbewohner über mögliche nächtliche Aktivitäten informieren, damit sie sicher reagieren können.
Bei häufigem Auftreten ist eine ärztliche Abklärung notwendig. Häufige Ursachen sind Schlafmangel, unregelmäßige Schlafphasen oder hoher Stress. Laut Carenity [8] kann auch eine Kombination aus psychischen Belastungen und neurologischen Faktoren eine Rolle spielen.
Zur Vorbeugung hilft es, die Schlafumgebung sicher zu gestalten – Türen sichern, Hindernisse entfernen, Fenster schließen. Entspannungsübungen vor dem Schlafengehen reduzieren zudem die Wahrscheinlichkeit von nächtlicher Unruhe. Wenn du regelmäßig Schlafwandel- oder Nachtangstepisoden hast, kann eine schlafmedizinische Untersuchung weiterhelfen.



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