Home|

Übersicht|

Kontakt

Was ist Schlaf?Wenn der Schlaf gestört istAdressenWissenswertes

 

 

1. SCHLAFSTÖRUNGEN BEI ORGANISCHEN/PSYCHIATRISCHEN ERKRANKUNGEN (SLEEP DISORDERS ASSOCIATED WITH MENTAL, NEUROLOGIC, OR OTHER MEDICAL DISORDERS)


 

A. Schlafstörungen bei psychiatrischen Erkrankungen (Associated with Mental Disorders)


1. Schizophrenie (Psychosen)

(Psychoses)

Schizophrene Patienten haben Wahnvorstellungen oder Sinnestäuschungen, die sie nicht zur Ruhe kommen lassen. Erst vollkommene Erschöpfung läßt sie eventuell einschlafen. Ihr Schlafrhythmus ist häufig verschoben. Sie schlafen mehrmals am Tag.

2. Depressive Erkrankungen

   (Mood Disorders)

Schlafstörungen können Vorboten und Symptome einer Depression sein. Die meisten Betroffenen können nicht gut einschlafen. Sie wachen nachts häufiger auf und erwachen morgens früher als gewohnt. Quälende Gedanken halten Sie vom Schlafen ab. Viele klagen über schlechte Träume. Wird die Schlafstörung vom Patienten, dem Arzt oder Angehörigen frühzeitig erkannt, kann die Verbesserung des Schlafes die depressive Grunderkrankung positiv beeinflussen.

3. Angsterkrankungen

   (Anxiety Disorders)

Angsterkrankungen gehen häufig mit Ein- und Durchschlafproblemen einher. Betroffene wachen in der Nacht mit Herzjagen, Schweißausbrüchen und Atemnot auf. Oft sind Alpträume der Grund. Ihre Angst und zwanghafte Gedanken hindern viele daraufhin daran, wieder einzuschlafen. Von Angsterkrankungen sind Frauen zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Männer.

4. Panikerkrankungen

   (Panic Disorders)

Panikerkrankungen äußern sich durch Ohnmachtsgefühle, Angst zu sterben, verrückt zu werden oder durchzudrehen. Betroffene fühlen sich während einer Attacke benommen und schwindelig. Sie zittern, schaudern oder schwitzen, es kribbelt in Händen und Füßen. Die Panikattacken treten sowohl am Tag, als auch in der Nacht auf. Nachts können die Betroffenen häufig nicht wieder einschlafen. Eine Panikerkrankung bleibt oft jahrelang bestehen.

5. Alkoholabhängigkeit

   (Alcoholism)

Der ständige Konsum von Alkohol kann die normale Schlafstruktur zerstören. Wir schlafen unter Einfluß von Alkohol zwar schneller ein, doch auf Dauer werden Tief- und REM-Schlaf unterdrückt. Im Laufe der Nacht, wenn der Alkohol im Körper abgebaut wird, kommt es zu Entzugserscheinungen. Alpträume stellen sich ein oder die Betroffenen schlafen unruhig und wachen unerwartet auf.

 

B. Schlafstörungen bei neurologischen Erkrankungen (Associated with Neurologic Disorders)


1. Degenerative Hirnerkrankungen

   (Cerebral Degenerative Disorders)

In Zusammenhang mit degenerativen Hirnerkrankungen kann es zu Schlafstörungen in allen möglichen Formen, von der Schlaflosigkeit bis zu abnormer Bewegungsaktivität, kommen.

2. Demenz

   (Dementia)

Als Demenz bezeichnet man den allmählichen Verlust des Gedächtnisses und anderer intellektueller Fähigkeiten. Die Ursache sind Erkrankungen des Gehirns. Betroffene neigen zu Unruhe und Aggressivität am frühen Abend. Sie wachen häufig in der Nacht auf, sind verwirrt und wandeln umher.

3. Parkinsonismus

   (Parkinsonism)

Patienten mit einem Parkinson-Syndrom können unter Schlaflosigkeit, nächtlichem Drang zum Wasserlassen, schmerzhaften Wadenkrämpfen, lebhaften Träumen, Alpträumen, Rückenschmerzen, Beinzuckungen und optischen Halluzinationen in der Nacht leiden. In vielen Fällen sind ihre Schlafstörungen Folgen der medikamentösen Therapie.

4. Letale familiäre Schlaflosigkeit

   (Fatal Familial Insomnia)

Die letale familiäre Schlaflosigkeit ist eine sehr seltene, erstmals in Italien beobachtete Schlafstörung, die wie die Creutzfeld-Jakob-Erkrankung durch Prionen ausgelöst wird. Aufgrund einer Gehirnerkrankung beginnt sie zunächst mit Einschlafstörungen, steigert sich jedoch innerhalb von Monaten zu einem völligen Schlafverlust. Die Betroffenen fallen gegen Ende der Krankheit in ein Koma. Sie endet tödlich.

5. Schlafbezogene Epilepsie

   (Sleep-Related Epilepsy)

Bei dieser Form der Schlafstörung treten, vom Betroffenen oft unbemerkt, epileptische Anfälle während des Nachtschlafes auf. Die Anfälle häufen sich am Anfang des Schlafes zwischen 22.00 und 24.00 Uhr und eine bis zwei Stunden vor dem Aufwachen. Es werden mehrere Formen der Schlafepilepsie nach Zeitpunkt und Art des Anfalls unterschieden. Viele Patienten mit Schlafepilepsie haben auch am Tage epileptische Anfälle.

6. Elektrischer Status epilepticus im Schlaf

   (Electrical Status Epilepticus of Sleep)

Diese Schlafstörung tritt bei Kindern zwischen 4 und 14 Jahren mit einer epileptischen Grunderkrankung auf. Sie haben ein auffälliges Schlaf-EEG, jedoch keine nächtlichen Anfälle. Diese Abweichung kann über Monate oder Jahre anhalten.

7. Schlafgebundene Kopfschmerzen

   (Sleep-Related Headaches)

Betroffene haben nachts starke einseitige Kopf- und Gesichtsschmerzen, von denen sie aufwachen. Die Attacken beginnen meistens im Schlaf, vor allem im REM-Schlaf, und können nach dem Aufwachen fortbestehen.

 

C. Schlafstörungen bei internistischen Erkrankungen (Associated with Other Medical Disorders)


1. Afrikanische Schlafkrankheit

   (Sleeping Sickness)

Die Afrikanische Schlafkrankheit wird durch die Tsetsefliege übertragen. Die Infektion äußert sich zunächst durch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Mit fortschreitender Erkrankung neigen Infizierte zu exzessiver Tagesschläfrigkeit. Sie werden apathisch und starr. Augenlider und Unterlippe sinken, sie sprechen langsam und angestrengt. Ohne Behandlung endet die Erkrankung tödlich.

2. Nächtliche kardiale Ischämie

   (Nocturnal Cardiac Ischemia)

Die mangelhafte Durchblutung des Herzens wird in der Medizin als kardiale Ischämie bezeichnet. Betroffene klagen über nächtliche Schmerzen in der Brust. Sie strahlen bis zum Kinn und in die Arme, vor allem in den linken Arm, aus. Das Gefühl, eine geballte Faust in der Brust zu haben, läßt die Patienten nicht schlafen.

3. Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung

   (Chronic Obstructive Pulmonary Disease)

Patienten mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, wie z.B. einer chronischen Bronchitis, entwickeln häufig Schlafstörungen. Sie erwachen mehrmals in einer Nacht mit Atemnot, Kurzatmigkeit oder nächtlichem Husten. Am Morgen fühlen sie sich unausgeschlafen und klagen gelegentlich über Kopfschmerzen.

4. Schlafgebundenes Asthma

   (Sleep-Related Asthma)

Über die Hälfte aller  Asthmapatienten klagt über typische Anfälle während des Schlafes. Sie erwachen mit Atemnot, Husten und Engegefühl im Hals.

5. Schlafgebundener gastroösophagealer Reflux

   (Sleep-Related Gastroesophageal Reflux)

Bei diesem Krankheitsbild läuft Mageninhalt in der Nacht in die Speiseröhre zurück. Um sie zu reinigen, müssen die Patienten schlucken. Der Schlaf wird dadurch für kurze Zeit gestört. Einige Betroffene wachen auch mit einem schlechten Geschmack im Mund oder mit Sodbrennen auf.

6. Peptisches Ulkus

   (Peptic Ulcer Disease)

Eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magen, bzw. Zwölffingerdarmgeschwür äußert sich manchmal durch anhaltende nächtliche stumpfe Bauchschmerzen. Sie setzen meist eine bis vier Stunden nach dem Einschlafen ein und lassen den Betroffenen aufwachen. Sein Bauch kann sich hart anfühlen und ist druckempfindlich. Eventuell stellen sich Völlegefühl und Übelkeit ein.

7. Fibrositis-Syndrom

   (Fibromyalgia)

Besonders Frauen leiden häufig unter Mißempfindungen und Schmerzen in Armen und Beinen, die auch in der Nacht auftreten. Ihr Schlaf wird flacher. Sie wachen müde und zerschlagen mit Schmerzen und Steifheit in den Gelenken auf. Vor allem Nacken- und Schultermuskeln sind verspannt und tun weh.

 

 

 

Druckansicht
 
 
 
  ZUM SEITENANFANG
 

Was ist Schlaf?Wenn der Schlaf gestört istAdressenWissenswertes